Krisenvorsorge in der Praxis: Zu Gast bei Voigt Logistik

Logistik lebt von ineinandergreifenden Abläufen. Jede Störung gefährdet eng getaktete Terminpläne und kostet Geld. Störungen für den Betrieb können dabei auch Stromausfälle oder Hackerangriffe auf die Computersysteme sein. Holger Matzen, Senior Business Development Manager bei Voigt-Logistik und Vorsitzender der Logistik-initiative Schleswig- Holstein berichtete im Rahmen der Netzwerkveranstaltungen „Krisen, Katastrophen, Konflikte“ zu den einzelnen Maßnahmen der Krisenvorsorge des Logistikers. Das Netzwerk ist eine Initiative in Neumünster von Wirtschaftsförderung, Unternehmensverband, Kreishandwerkerschaft, IHK und Berufsfeuerwehr, um Unternehmen und Handwerksbetriebe resilienter für Krisen und neue Bedrohungslagen zu machen.

„Beschäftigen sie sich mit möglichen Störungen und fragen sie die Mitarbeiter nach ihren praktischen Erfahrungen und den Umgang mit bisher erlebten Ereignissen. Stellen Sie fest, welche Störungen ihre Betriebsabläufe massiv gefährden würden. Was hat die größten Auswirkungen und legen sie entsprechende Maßnahmen fest, wie dies vermieden werden kann oder wie sie darauf reagieren würden“, war die praktische Empfehlung von Holger Matzen.

Mit 500 Mitarbeitenden ist Voigt-Logistik eines der größten Speditionsunternehmen in ganz Norddeutschland. „Wir sind systemrelevant. Ein Ausfall unser Transportleistungen hätte massive Auswirkungen auf unsere Kunden und die Bevölkerung. Unternehmen könnten nicht mehr produzieren und dann wiederum ihre Kunden nicht weiterarbeiten; auch Waren in den Regalen werden dann knapper.“ So hat sich Voigt-Logistik unter anderem mit einem potentiell längeren Stromausfall beschäftigt und aus den Motiven der Nachhaltigkeit und langfristiger Kostensenkung ebenso für eine höhere Resilienz die Eigenstromerzeugung durch Photovoltaik auf den riesigen Lagerhausdächern ausgebaut. Höhere Speicherkapazitäten durch zusätzliche Batteriespeicher sind geplant. Permanent beschäftigt man sich damit, die IT-Systeme gegen Hackerangriffe technisch zu härten. Auch für Voigt-Logistik ist die Krisenresilienz ein permanenter Prozess. „Jedes Problembewusstsein, jeder einzelne Schritt hilft und Erkenntnisse aus Zertifizierungsverfahren oder praktischen Übungen sind eine hilfreiche Unterstützung. Ein etabliertes Geschäftskontinuitäts-Management System sorgt dafür, eine Geschäftsauswirkungsanalyse sowie eine Wiederherstellungsstrategie dokumentiert zu haben“, so Holger Matzen.

Iris Meyer

Geschäftsführerin

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